Sechs neue Wetterstationen des Förderprojekts LuFt-Hub liefern ab sofort flächendeckende Wetterdaten aus dem Stadtgebiet.

Lünen. Die erste Hitzewelle des Jahres ist vorbei, die nächste steht nach Prognosen des Deutschen Wetterdienstes bereits bevor. Während hohe Temperaturen im Sommer an sich nicht ungewöhnlich sind, ist auch in Lünen eine höhere Häufigkeit und längere Dauer von Hitzeperioden in den vergangenen Jahren zu beobachten. Verschiedene Berechnungsmodelle gehen davon aus, dass sich das Weltklima weiter verändern wird und das Thema Hitze künftig auch in Mitteleuropa deutlich häufiger präsent sein wird.

Die Stadt Lünen hat deshalb im Rahmen ihrer halbjährlich stattfindenden Übung des Stabes für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) den Ernstfall geprobt: Die Mitglieder des Stabes sahen sich in dem von der Firma Lülf+ angeleiteten Übungsszenario einer Hitzewelle gegenüber, die an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet für Probleme sorgte. An mehreren Straßen und Brücken schmolz der Asphalt, Wald- und Vegetationsbrände hielten die Feuerwehr in Atem, Trinkwasser wurde knapp, Seniorenheime mit ausgefallenen Klimasystemen mussten evakuiert werden, während zwei Großveranstaltungen in der Innenstadt trotz der hohen Temperaturen von den Veranstaltenden nicht abgesagt wurden.

„Die Übung hat nicht nur gezeigt, wo wir im Stadtgebiet besonders sensible Punkte haben, auf die bei Hitze besonders geachtet werden muss“, resümiert Matthias Bork, Leiter des SAE. „Sie hat uns auch noch einmal verdeutlicht, welche Handlungsoptionen es gibt und wie unsere einzelnen Bereiche noch besser zusammenarbeiten können.“ Die endgültige Auswertung steht zwar noch aus, aber Bork kann bereits jetzt feststellen: „Wir sind auf ein solches Szenario vorbereitet.“

Neben der Weiterbildung des Personals setzt die Stadt Lünen auch auf neue Technik im Kampf gegen die Folgen von Hitze und Dürre: Sechs neue Wetterstationen des Förderprojekts LuFt-Hub liefern ab sofort flächendeckende Wetterdaten aus dem Stadtgebiet. Die Stationen konnten bereits in der gerade vergangenen Hitzewelle die hohen Temperaturen unmittelbar erfassen. Den höchsten Wert registrierte das städtische Messnetz am 26. Juni mit 40,56 °C in Brambauer. Die weiteren Höchsttemperaturen lagen zwischen rund 39,4 und 39,9 °C.

In der Übung des Stabs für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) sahen sich die Mitglieder dieses Mal mit dem Szenario einer extremen Hitzewelle konfrontiert.

Die Messungen verdeutlichen, dass die Hitzebelastung im gesamten Stadtgebiet sehr hoch war und gleichzeitig lokale Temperaturunterschiede bestehen. „Mit dem neuen Wetterstationsnetz schaffen wir eine wichtige Datengrundlage für den kommunalen Hitzeschutz und die Klimaanpassung. Erstmals können wir Wetterdaten aus verschiedenen Stadtteilen nahezu in Echtzeit erfassen und miteinander vergleichen“, sagt Bürgermeisterin Martina Förster-Teutenberg.

Neben der Lufttemperatur erfassen die Wetterstationen unter anderem Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Niederschlag, Windgeschwindigkeit, Windrichtung und Sonneneinstrahlung. Perspektivisch werden die Daten gemeinsam mit weiteren Umwelt- und Verkehrsdaten auf einem öffentlichen Dashboard visualisiert und den Bürgerinnen und Bürgern transparent zur Verfügung gestellt.

Wichtig dabei: Die Wetterstationen des Projekts LuFt-Hub dienen dem kommunalen Umweltmonitoring und liefern Erkenntnisse über lokale Wetter- und Klimaunterschiede im Stadtgebiet. Sie sind nicht geeicht und nicht nach den Standards des Deutschen Wetterdienstes (DWD) als amtliche Klimamessstationen installiert. Die Messwerte dienen daher der lokalen Einordnung und dem Vergleich verschiedener Standorte innerhalb Lünens, nicht als offizielle Referenztemperaturen.

Quelle und Bild: Stadt Lünen