Mit einer perfiden Schockanruf-Masche haben Betrüger in Lünen einen hohen Bargeldbetrag erbeutet. Die Täter täuschten am Telefon einen medizinischen Notfall einer nahen Verwandten vor. Am Ende übergab eine 72-jährige Frau aus Lünen einen mittleren fünfstelligen Geldbetrag an einen Unbekannten.

Nach ersten Erkenntnissen erhielt die Seniorin am Mittwoch (26. August) gegen 16 Uhr einen Anruf. Eine unbekannte Anruferin gab sich als ihre Tochter aus und behauptete, sie befinde sich in medizinischer Behandlung in einem Krankenhaus. Für die weitere Behandlung werde dringend eine hohe Geldsumme benötigt. Im Verlauf des Gesprächs kam es zu der geforderten Summe im mittleren fünfstelligen Bereich.

Gegen 18 Uhr fand die Geldübergabe in einem kleinen Park in direkter Nähe der Marie-Juchacz-Straße und einer dort ansässigen Kita statt. Dort übergab die Frau das Bargeld an einen weiteren unbekannten Täter.

Die 72-Jährige beschreibt diesen Mann wie folgt: – männlich – südosteuropäisches Erscheinungsbild – ca. 25 bis 35 Jahre alt – ca. 170 bis 180 cm groß – rundes Gesicht – schwarzer Vollbart – schwarze Jacke

Die Polizei Dortmund hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht Zeugen. Wer im genannten Zeitraum verdächtige Beobachtungen im Bereich des Parks gemacht hat oder Hinweise zu dem beschriebenen Mann geben kann, meldet sich bitte bei der Dortmunder Kriminalwache unter der 0231/132-7441.

Die Polizei warnt an dieser Stelle erneut vor den vielfältigen Betrugsmaschen am Telefon. Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen, Freunden und Bekannten über die Maschen! Wir geben Ihnen dabei folgende Hinweise:

   - Betrüger begeben sich noch immer gerne über das Telefonbuch auf 
     die Suche nach potenziellen Opfern. Sie halten Ausschau nach 
     Namen, die auf ältere Personen schließen lassen. Überlegen Sie, 
     in welchem Umfang Sie noch im Telefonbuch vertreten sein müssen.
     Vielleicht ist es sinnvoll, zumindest den Vornamen löschen zu 
     lassen.
   - Geben Sie auch keine Details zu ihren familiären Verhältnissen 
     preis. Legen Sie sofort den Telefonhörer auf, sobald Ihr 
     Gesprächspartner um Geld oder um Kontodaten von Ihnen bittet! 
     Versuchen Sie auch nicht, "Spielchen" zu spielen - womöglich 
     nehmen die Betrüger Ihre Stimme auf und probieren es zu einem 
     späteren Zeitpunkt mit einer KI-Nachbildung Ihrer Stimme bei 
     nahen Verwandten.
   - Wenden Sie sich auf jeden Fall an die Polizei unter der 110, 
     wenn Sie einen verdächtigen Anruf erhalten haben - egal, ob Sie 
     den Betrug erkannt und aufgelegt haben oder schlimmstenfalls 
     sogar geschädigt worden sind.
   - Sollte eine verdächtige Person bei Ihnen geklingelt haben, 
     verständigen Sie bitte die Polizei unter 110 - egal, ob es zu 
     einem Betrug gekommen ist oder nicht. Denn Betrügerinnen und 
     Betrüger lassen nicht nach. Sie werden es in der Nachbarschaft  
     oder in der Stadt weiter versuchen.
   - Übergeben Sie Ihr Geld niemals an unbekannte Personen oder 
     deponieren es an irgendeinem Ort!
   - Die meisten Ziele dieser Maschen sind Seniorinnen und Senioren. 
     Angehörige oder andere Vertraute sollten mit Ihnen über die 
     Arbeit der Täter sprechen und "Abwehrstärke" erzeugen. Denn das 
     resolute Auftreten gegen Trickbetrüger/-innen ist am Telefon 
     oder an der Haustür nicht unfreundlich.
   - Halten Sie als Angehöriger oder Nachbar Kontakt! Tauschen Sie 
     Erreichbarkeiten mit älteren Verwandten, Freunden oder auch 
     Nachbarn aus. Bieten Sie sich als Ansprechpartner an, falls 
     diese sich in einer Situation unwohl fühlen, sie zweifelhafte 
     Begegnungen haben und sich rückversichern wollen. Häufig zögern 
     gerade Seniorinnen und Senioren, sich mit ihren Zweifeln und 
     Anliegen an Verwandte und Bekannte zu wenden - in der Sorge zu 
     stören oder "sich etwas einzubilden". Nehmen Sie vertrauten 
     Menschen diese Sorge!

Quelle: Polizei Dortmund