Lünen. Mit großem Bedauern hat die Stadt Lünen zur Kenntnis genommen, dass der Rossmann-Konzern seine Pläne zur Ansiedlung eines Logistikzentrums mit 1.400 Arbeitsplätzen auf der ehemaligen Steag-Fläche zurückzieht. 

„Das ist natürlich eine große Enttäuschung. Wir haben seitens der Stadt Lünen in den vergangenen Wochen alles getan, um die Voraussetzungen für die Ansiedlung zu schaffen“, so Bürgermeisterin Martina Förster-Teutenberg in einer ersten Reaktion. Die Zusammenarbeit sowohl mit Rossmann selbst als auch mit der Firma Hagedorn und der Dietz AG als Eigentümer sei dabei stets vertrauensvoll und transparent gewesen. „Entsprechend überrascht waren wir von der Nachricht, dass Rossmann seine Pläne in Lünen nun doch nicht umsetzen wird.“

Nachdem Rossmann der Bürgermeisterin die Entscheidung mitgeteilt hatte, sei es noch zu mehreren Gesprächen gekommen. „Darin hat sich der Konzern noch einmal ausdrücklich für die professionelle und gute Zusammenarbeit bedankt. Uns wurde signalisiert, dass Rossmann mit der Stadtverwaltung sehr zufrieden gewesen ist und die Entscheidung nicht mit unserer Arbeit in Zusammenhang steht“, so die Bürgermeisterin weiter. „Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die politische Diskussion im Nachgang zur Ankündigung der Ansiedlungspläne offenbar ein schlechtes Gefühl bei dem Konzern hinterlassen hat.“

Die Bürgermeisterin stellt klar, dass politische Diskussionen und auch konträre Meinungen zum Wesen der Demokratie gehören. „Das haben wir und auch Rossmann zu akzeptieren – ebenso wie wir nun die Entscheidung respektieren müssen, dass die Ansiedlung in Lünen nicht erfolgen wird.“ Gleichwohl sei es bedauerlich, dass sich die eigentlich in einstimmigem Konsens mit der Politik geleistete Vorarbeit am Ende im Rat nicht widergespiegelt habe – zumal die Absichtserklärung der Firma Rossmann, sich in Lünen anzusiedeln, von der Politik unisono positiv aufgenommen worden war. „Ich appelliere daher an alle Fraktionen im Rat, unsere weiteren Anstrengungen zur Ansiedlung von Betrieben auf der ehemaligen Steag-Fläche positiv zu unterstützen.“

Dass es auf der Steag-Fläche weitergeht, steht für den Technischen Beigeordneten Arnold Reeker außer Zweifel. „Wir befinden uns nach wie vor in engem Austausch mit der Firma Hagedorn und der Dietz AG, um hier eine für alle Seiten befriedigende Lösung zu finden.“ Allerdings müsse man nun schauen, wie es in dem konkreten Verfahren weitergehen werde.  „In Abstimmung mit den Ratsfraktionen ist jetzt kurzfristig zu entscheiden, ob das Bebauungsplanverfahren auf der Grundlage der im Frühjahr 2026 gefassten Beschlüsse möglichst zeitnah bis zum Jahreswechsel 2026/2027 zum Abschluss geführt werden soll.“ Auch die Bürgermeisterin betont den Stellenwert des Verfahrens. „Es ist doch völlig klar, dass wir als Stadt Lünen ein großes Interesse daran haben, dass die Fläche vermarktet wird: „Sichere Arbeitsplätze, mehr Gewerbesteuer, höhere Kaufkraft – das sind Faktoren, die für die Entwicklung unserer Stadt immens wichtig sind.“ Diese Planungen würden nun in enger Zusammenarbeit mit der Politik vorangetrieben.

Quelle: Stadt Lünen