Lünen. Seit zehn Jahren ist das Nähcafé Lünen ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der Gemeinschaft. Was 2016 als Angebot für geflüchtete Frauen entstand, hat sich zu einem interkulturellen Treffpunkt entwickelt, an dem Frauen unterschiedlicher Herkunft gemeinsam nähen, sich austauschen und gegenseitig unterstützen.

Die Idee entstand, als viele geflüchtete Frauen in Lünen Zuflucht suchten. Anna Merettig reagierte damals auf einen Aufruf der evangelischen Kirchengemeinde Lünen-Horstmar-Preußen, eine Frauengruppe ins Leben zu rufen. Gemeinsam mit der damaligen Gleichstellungsbeauftragten Gabriele Schiek entstand die Idee eines Nähcafés als Ort für Ruhe, kreativen Austausch und Verständigung – unabhängig von Sprache, Herkunft oder Religion. Mit der Textilingenieurin Lydia Ten war das ehrenamtliche Leitungsteam komplett.
Seitdem treffen sich die Frauen jeden Donnerstag von 15 bis 17 Uhr im Bürgerzentrum Gahmen, Kümperheide 2. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Nähen. Dabei entstehen Gespräche, Freundschaften und gegenseitige Unterstützung. Auch kleinere Reparaturen an Kleidungsstücken wie das Kürzen von Hosen oder das Ersetzen von Reißverschlüssen und Knöpfen gehören inzwischen zum Angebot.
Ein besonderes Zeichen der Verbundenheit sind die Herzkissen, die die Frauen regelmäßig nähen und in Kooperation mit dem Brustzentrum des Marienhospitals Lünen an an Krebs erkrankte Frauen verschenken.
Das Nähcafé steht für Teilhabe, interkulturellen Austausch und weibliches Empowerment. Über die Jahre haben die Begegnungen auch neue Perspektiven eröffnet: Einige Teilnehmerinnen haben Ausbildungen begonnen, das Abitur gemacht oder ein Studium aufgenommen.
Das zehnjährige Bestehen wird am Donnerstag, 27. August 2026, von 15 bis 17 Uhr im Bürgerzentrum Gahmen gefeiert. Bei Kaffee und Kuchen sowie einem kleinen internationalen Buffet soll auf zehn Jahre zurückgeblickt und gemeinsam in die Zukunft geschaut werden.
Quelle und Bild: Stadt Lünen