Lünen. Rund 500 kommunale Gleichstellungsbeauftragte aus ganz Deutschland, darunter Heike Tatsch aus Lünen, haben auf einer dreitägigen Bundeskonferenz in Lübeck zentrale Herausforderungen ihrer Arbeit sowie den Schutz demokratischer Werte vor antifeministischen Strömungen diskutiert.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lünen, Heike Tatsch (r.), gemeinsam mit Kolleginnen aus dem Kreis Unna bei der Bundeskonferenz in Lübeck.

Im Fokus des Treffens stand die sogenannte Lübecker Erklärung, die sich entschlossen gegen Frauenverachtung richtet. Heike Tatsch fasst die Problematik zusammen: „Antifeminismus ist kein Randphänomen und zieht sich quer durch alle Bereiche der Gesellschaft.“ Solche Tendenzen zeigen sich in der Praxis etwa durch die Diffamierung von Politikerinnen sowie durch Angriffe auf die Gleichstellungsarbeit an sich. Die Lünerin ergänzt: „Das ist wichtig, weil ich als kommunale Gleichstellungsbeauftragte vor Ort erlebe, wie frauenfeindliche Einstellungen den gesellschaftlichen Zusammenhalt schwächen und Menschen einschüchtern.“

Darüber hinaus verabschiedete das Gremium konkrete politische Forderungen an den Bund. Die Teilnehmerinnen drängen unter anderem auf die konsequente Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt, die Sicherung einer flächendeckenden Geburtshilfe sowie auf bessere Rahmenbedingungen für Alleinerziehende. Auch der Ruf nach einem Nationalen Aktionsplan gegen Antifeminismus wurde laut. „Alle diese Themen brauchen Antworten und schnelles politisches Handeln, damit Gleichstellung auch vor Ort wirksam umgesetzt werden kann“, resümiert Heike Tatsch abschließend.

Quelle und Bild: Stadt Lünen